St. Pauli braucht mehr!
St. Pauli ist noch immer der ärmste Stadtteil Hamburgs. Knapp 24.000 Menschen leben hier und die Zahl der Empfänger/innen von Sozialhilfe und Arbeitslosengeld liegt ca. 60% über dem städtischen Durchschnitt. Wer in diesem Stadtteil ohne große Kosten Sport treiben möchte, ist auf die Angebote der Sportvereine angewiesen. Und die brauchen Sporthallen im Stadtteil.
St. Pauli ist unterversorgt mit Sport- und Freizeiteinrichtungen.
Nun droht eine weitere Sporthalle geschlossen zu werden.
Auf dem Gelände der Pestalozzischule in der „Kleinen Freiheit“ wird ein neues Wohn- und Gewerbeviertel entstehen, das „Pestalozzi-Quartier“. 2006 wurde die Pestalozzi-Schule geschlossen, zu gering waren die Anmeldezahlen. St. Pauli ist bei jungen Menschen zwar als Wohnquartier beliebt, doch wer es sich leisten kann und Kinder plant, wandert dann doch lieber in andere Stadtteile ab.
Jetzt soll familienfreundliches Wohnen im alten Schulgebäude entstehen, aber was wird dann aus der alten Sporthalle? Erst vor wenigen Jahren wurde die Halle grundsaniert. Sie ist modern ausgestattet – eine Perle des Hallensportes in Hamburg mit einem rückenschonenden Schwingparkettboden. Seit 60 Jahren trainiert die Tischtennisabteilung des FC St. Pauli in dieser Halle, bietet zweimal die Woche ein offenes Training für Kinder und Jugendliche aus dem Stadtteil an. Der Abenteuerspielplatz am Brunnenhof e.V. gleich um die Ecke gestaltet jede Woche in der Halle eine Freizeitaktivität für seine Kinder. Diesen und vielen weiteren Sportangeboten droht jetzt das aus.
Das Schulgebäude der Pestalozzi-Schule wird zurzeit privatisiert
Die Finanzbehörde verhandelt über den Verkauf an die „Baugenossenschaft freier Gewerkschafter“ (BGFG). Eigentlich soll die Sporthalle erhalten bleiben, so die Empfehlung des Sanierungsbeirates Wohlwillstr. , soweit der politische Wille im Bezirk. Aber jetzt, wo es konkret wird und ans Bezahlen geht, herrscht Ratlosigkeit. Wem soll die Sporthalle zukünftig gehören, wer übernimmt die Miete, wer bezahlt die Betriebs- und Instandhaltungskosten? Die BGFG schenkt dem Stadtteil keine Sporthalle. Die Versorgung mit Sporthallen ist eine öffentliche Aufgabe. Bezirk und Finanzbehörde dürfen sich hier nicht aus der Verantwortung stehlen. Sportvereine leisten gemeinnützige Arbeit, sie haben eine wichtige Funktion in den Bereichen der „Integration“, „Sozialarbeit“ und „Gewaltprävention“, besonders bei Kindern und Jugendlichen. Dafür braucht es Sporthallen und zwar wohnortnah. Kinder und Jugendliche benötigen nach der Schule kurze Wege zur ihrem Sportverein und ihrer Sporthalle.
Die verfügbaren Sporthallen auf St. Pauli lassen sich momentan an zwei Händen abzählen. Lassen Sie uns gemeinsam verhindern, dass eine weitere davon wegfällt.
Sporthallen plattmachen um Wohnungen zu bauen?
Das darf nicht sein und auch nicht umgekehrt!
stpauli-braucht-sporthallen.de
Am Samstag den 22.5. wurde der REAL-Markt in der alten Rindermarkthalle am Neuen Kamp geschlossen. Der Bezirk Mitte erarbeitet derzeit ein neues Nutzungskonzept für das Gelände. „Hier kann ein neues Zentrum für den Stadtteil entstehen. Vieles ist möglich … Wichtig ist: Es muss hier etwas für die Bevölkerung entstehen und es muss in den Stadtteil passen…“ so Bezirksamtsleiter Markus Schreiber. Herzstück der Planungen ist eine neue Vergnügungsstätte, die „Music Hall“. Sie soll ca. 4000 Besuchern Platz bieten. Dass die „Music Hall“ „in den Stadtteil passt und etwas für die Bevölkerung ist“ wird von den Anwohner zu Recht heftig bestritten. Sie befürchten eine weitere Belastung des Viertels durch zusätzliches Verkehrsaufkommen, Besucherströme, die Parkplätze suchen und nach den Konzerten durch das Viertel ziehen …
St. Pauli braucht bezahlbaren Wohnraum und mehr Sporthallen!
Dafür wäre auch Platz auf dem Gelände der alten Rindermarkthalle. Der Bezirk hat eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Sie sieht für eine Wohnungsbebauung bis zu 15% der Fläche vor, ebenso für eine sportliche Nutzung. Sportliche Nutzung ja, aber bitte keine kommerziellen Angebote wie Fitness- und Wellnessstudios. Die sporttreibenden Abteilungen des FC St. Pauli wünschen sich eine Dreifeld-Sporthalle auf dem Gelände der alten Rindermarkthalle. Die Handballabteilung des FC St. Pauli kann nur gelegentlich die Bezirkssporthalle in der Budapester Str. nutzen und muss für ihre Heimspiele im ganzen Hamburger Stadtgebiet Unterschlupf finden. Ein Teil des Trainings der Handballjugend des FC St. Pauli ist ausgelagert in den Stadtteil Hamm, weil auf St. Pauli keine Hallentermine mehr zu bekommen sind. Die Tischtennis- und Boxabteilung können derzeit nicht mal mehr mit den vorhandenen Hallenzeiten planen, neben der Pestalozzi-Halle ist die Halle Laeiszstr. im Karoviertel gefährdet. Sie muss grundsaniert werden.
Eine Sporthalle lässt sich vielfältig nutzen, auch wenn dort kein Schulsport stattfindet. Morgens Seniorensport, Spiel und Freizeitangebote für Kindertagestätten, Sportangebote für Arbeits- und Wohnungslose, mittags Probenraum für Theatergruppen oder den Kinderzirkus, am Nachmittag und Abend dann Nutzung durch Sportvereine, soziale Einrichtungen oder Freizeitsportgruppen aus dem Viertel.
Unterstützt die Unterschriftenaktion der Initiative stpauli-braucht-sporthallen.de
1. Auf St. Pauli darf keine Sporthalle geschlossen werden. Wir fordern die Finanzbehörde und die Stadtplanungsabteilung des Bezirkes Hamburg-Mitte auf, keinem Verkauf des Schulgebäudes Pestalozzischule zuzustimmen, der nicht gleichzeitig vertraglich gewährleistet, dass die Sporthalle langfristig erhalten bleibt!
2. St. Pauli braucht mehr Sporthallen: Wir fordern eine Dreifeld-Sporthalle auf dem Gelände der alten Rindermarkthalle. Sie soll allen Sportvereinen und sozialen Einrichtungen aus dem Stadtteil offen stehen!
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